Mein Alltag mit Kind und Behinderung

Meine Familie wird regelmäßig – direkt oder ganz indirekt – gefragt, wie es mir mit meinem Sohn geht und wie ich ihn trotz Behinderung erziehen kann. Interessanterweise hat mich bisher kaum jemand direkt danach gefragt. Auch ich habe mir vor und am Beginn meiner Schwangerschaft natürlich oft Gedanken gemacht, wie ich das mit einem kleinen Baby und meiner Behinderung schaffen kann. Aber aus Erfahrung weiß ich nicht nur, dass es für vieles Lösungen gibt, sondern auch, dass Not erfinderisch macht. So habe ich kurzerhand eine einfache Transporthilfe aus dem Baumarkt (ein Brett auf Rollen) zweckentfremdet und verwende diese als Transportmittel für den MaxiCosi. So komme ich problemlos mit Timo zum Auto und kann ihn dann direkt ins Auto hieven. Zum Einkaufen gehe ich am liebsten zum Lebensmittelhandel meines Vertrauens, wo ich immer auf dem Familienparkplatz parke. Direkt daneben befinden die sich die Einkaufswägen und so kann ich Timo problemlos aus dem Auto in den Einkaufswagen hieven. Weil ich Timo nicht ununterbrochen von A nach B tragen kann, habe ich ein Laufgitter mit Rollen gekauft, das durch die Türstöcke passt. So kann ich Timo auch mit in alle Räume nehmen. Spazieren gehen geht mit einer Krücke in der linken und dem Kinderwagen in der rechten Hand oder mit einer Trage und unsere regelmäßigen Fahrradtouren können wir auch problemlos alleine ohne fremde Hilfe machen. Und für größere Ausflüge mit steilen Schiebepassagen gibt es dann noch engagierte Omas und Opas, die diese Aufgabe gerne übernehmen. Zum Baden nehme ich Timo einfach mit in die Dusche, wo er auf mir sitzen kann oder er badet in der Wanne und ich kniee vor ihm. Beim Kochen schaut mir Timo jeden Tag von der Wippe auf der Küchentheke aus zu. Mittlerweile hält seine Geduld aber nur, wenn er auch regelmäßig mitnaschen kann. Darüber hinaus findet unser Alltag viel auf dem Boden statt. Ich versuche viel mit ihm zu spielen und sitze bei ihm oder krabble mit ihm herum – vielleicht ist er auch deshalb so ein mobiles Kerlchen, weil er gemerkt hat, dass Mama ihn nicht ständig herumträgt.

Nun, da Timo sich schon überall hochzieht und bald auch gehen wird, kommt bestimmt eine herausfordernde Zeit auf mich zu. Aber, ich bin zuversichtlich, dass es auch hierfür eine Lösung geben wird, damit ich meinem Wirbelwind weiterhin nachkomme. Mit ein bisschen Kreativität klappt also vieles und wahrscheinlich sieht unser Alltag gar nicht soo anders aus, als jener von nicht behinderten Müttern. 😉

Kontakt

T:+43 676 9165 031

M: info@heike-eder.at
Scroll to Top